Wie Vibe Coding & iPaaS die Enterprise-Integration beschleunigen
Jeder IT-Verantwortliche kennt das Problem: Fachbereiche fordern schnelle Innovationen, aber wertvolle Daten sind in isolierten Silos gefangen. Die Standardisierung der Integrationsarchitektur, um komplexe Legacy-Systeme abzulösen, ist oft ein zähes Ringen. Dass es auch drastisch schneller geht, durften wir kürzlich in einem hochspannenden Proof of Concept beweisen.

Die Challenge:
Ein Enterprise-Kunde suchte eine neue iPaaS-Plattform für seine IT-Transformation. Das Setup: 12 knackige Use Cases. Die Zeit: Exakt 14 Tage.
Die Ausgangslage: Raus aus dem ERP, rein in die Skalierbarkeit
Die Zielsetzung des Kunden war glasklar. Die Logik sollte raus aus dem ERP und in eine echte Clean-Core-Strategie überführt werden. Statt dem historisch gewachsenen Chaos aus Punkt-zu-Punkt-Verbindungen brauchte es wiederverwendbare Integrationsmuster. Im Briefing standen 12 Use Cases: von SLA-Überwachung über Event-Trigger und Multi-Protokoll-Eingangskanälen bis hin zur Anbindung von Legacy-Systemen.
Das Setup: Echte Infrastruktur statt bunter Folien
Wir nterrianer sind keine Fans von abstrakter Theorie, sondern setzen auf unsere pragmatische „No Bullshit“-Kultur. Das bedeutet: Wir zeigen funktionierende Software. Anstatt PowerPoints zu malen, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Boomi in Rekordzeit eine komplette Demo-Umgebung hochgezogen.
- Das Fundament bildete ein Linux Server in der Cloud mit einer flexiblen Docker-Landschaft.
- Der Tech-Stack bestand aus stabilen Enterprise-Technologien wie Postgres-Datenbanken, Active MQ, OpenSearch, Grafana, SFTP und der Boomi Runtime.
- Das Herzstück war ein voll funktionsfähiger, simulierter End-to-End-Fachprozess inklusive dynamischer Daten-Generierung und Live-Dashboard
Der Beschleuniger: Vibe Coding im Praxistest
Integrationsprozesse in wenigen Tagen? Die Antwort ist Vibe Coding, also die KI-gestützte Generierung von Applikationen durch einfache Prompts. Bei nterra predigen wir immer: Ohne Integration keine nutzbare KI. In diesem Proof of Concept haben wir das einmal umgedreht und mit der KI die Integration möglich gemacht.
Über unser internes KI-Framework haben wir Gemini via Antigravity mit dem Boomi Companion Skill verknüpft. Wir haben der KI die Use-Case-Spezifikationen als Textdateien übergeben. Das Ergebnis? Das Grundgerüst der Prozesse wurde fast vollständig von der KI generiert.
Die Realität: Von null auf Live-Demo
Woche eins ging komplett für das Setup der Umgebung und die Datenmodellierung drauf. Bis Donnerstagabend existierte keine einzige manuell erstellte Zeile Code. Von Donnerstag auf Freitag lief die KI dann heiß und baute die Kernprozesse. Das Wochenende gehörte den Feinabstimmungen. Und ja, auch bei uns gehört die klassische Nachtschicht am Dienstag vor dem entscheidenden Termin dazu, um alles auf den Punkt abzuliefern. Am Mittwoch saß der Ablauf punktgenau.
Das Fazit: Transparenz und echte Handlungsfähigkeit
Das Feedback des Kunden zur Live-Demo war überragend. Wir haben bewiesen, wie moderne Plattformen komplexe Systemlandschaften entkoppeln und wie extrem schnell Vibe Coding die Umsetzung macht.
Die ehrliche Realität im Markt ist aber auch: Manchmal gewinnt am Ende ein günstigerer Mitbewerber, auch wenn dieser deutlich weniger Funktionen bietet. Das ändert jedoch nichts an unserer Kernüberzeugung. Wer langjähriges Integrations-Know-How mit AI-gestütztem Low-Code kombiniert, legt das Fundament für eine echte Zukunftssicherheit. Denn eines haben wir festgestellt: Die Grundlagenarbeit konnte die KI fast vollständig übernehmen, der Feinschliff zur vollständigen Erfüllung der Anforderungen und das Thema Wartbarkeit erfordern weiterhin Expertise von uns nterrianern.
Wir übergeben unseren Kunden keine Blackbox, sondern transferieren das Know-how, damit sie langfristig selbst handlungsfähig bleiben.